Trommeln ist gut für die Seele.

Die Seele sollte man schon hin und wieder ein wenig pflegen, denke ich mir und melde mich zu meinem allerersten Djembe-Workshop an. Ich weiß noch nicht so richtig was eine Djembe überhaupt ist und was ich damit machen kann, aber ich bin schwer entschlossen, das herauszufinden. Und zwar noch vor Kursbeginn.

Laut Wikipedia ist eine Djembe „einfellige Bechertrommel aus Westafrika, deren Korpus aus einem ausgehöhlten Baumstamm besteht“. 

Aha!

Das würde ich aber gerne noch genauer wissen und besuche Volker und Angelo in Lustenau. Ich werde in die dunklen Katakomben von m-music hinabgeführt und befinde mich in einem Meer von Djemben (ich hoffe, das ist der Plural von Djembe – klingt jedenfalls sehr melodiös). Ich stehe also inmitten Hunderter Djemben und es riecht nach Holz. Jede Djembe sieht ein wenig anders aus. Es gibt große und kleine, welche mit roten Schnüren, welche mit schwarzen und welche mit Muster. Manche sind „haarig“, manche nicht. Einige sind so winzig, dass sie gerade mal so groß wie meine Handfläche sind.

Das ist bestimmt die Anfänger-Djembe, denke ich mir. Sozusagen die „Baby-Djembe“. Aber nein, so ist das ganz und gar nicht, erklärt mir Volker. Je kleiner die Djembe, desto schwieriger ist sie zu spielen.

Den satten Basston in der Mitte der Trommel zum Klingen zu bringen ist auf einer großen Djembe wesentlich einfacher. Deswegen kommt hier der allerwichtigste Tipp für den Einstieg:

Djembe: Und es kommt doch auf die Größe an!

Djemben von Kambala, die direkt in Afrika handgefertigt werden, starten mit einem Durchmesser von 17 Zentimeter. Und Leute, das ist nicht viel. Das steigert sich bis zu einem Durchmesser von 36 Zentimetern, was – erraten! – quasi doppelt so groß ist.

Zum Einstieg eignet sich eine Djembe mit einem Durchmesser ab 30 Zentimetern. Die Höhe beträgt bei einer Djembe „Bassam“ von Kambala dabei rund 55 Zentimeter. Auch die Größe ist übrigens ein Parameter, den man sich gut überlegen sollte:

Möchte ich die Djembe nur dekorativ zuhause aufstellen oder bin ich mit ihr unterwegs?

Klipp und klar gesagt: Passt sie noch in mein Auto? Ich merke mir also, dass es wichtig ist, eine ordentliche Größe zu wählen, damit ich meine Fingerfertigkeiten komplett ausspielen kann. Eine Preisfrage ist das aber auch.

Natürlich hab ich im Internet geschaut, was so eine Djembe kostet. Kosten darf. Und es gibt haushohe Unterschiede. Volker berät mich auch hier und es ist, wie ich mir eh schon dachte:

„Instrumente im Internet kaufen ist so eine Sache, von der ich grundsätzlich abrate.“

Ich könnte jetzt sagen, logisch – schließlich hat er ein Musikgeschäft und lebt davon, dass ich nicht im Internet kaufe. Aber ich weiß, dass das nicht der einzige Grund ist, als ich meine Finger über die verschiedenen Djembes streiche und das Holz berühre. Dieses Feeling kriegst du im Internet einfach nicht. Kein Bild schafft es, dich das Holz riechen zu lassen. Und da unten im Djembe-Lager fühle ich mich ein wenig wie Harry Potter, als er seinen Zauberstab aussuchte.

Falsch! Es war ja genau umgekehrt.

Der Zauberstab sucht dich aus. Und so ist das mit deiner Djembe auch. Du musst sie anfassen und spüren. Und der Preis?

„Für eine gute, handgemachte, qualitativ hochwertige Djembe, die dich noch lange begleitet beginnt der Preis ab ca. 200 Euro“,

erklärt mir Volker. Angelo, der seit vielen Jahren trommelt und liebevoll kaputte Djembes bei m-music repariert gesellt sich zu uns dazu und erzählt mir noch einiges über das Fell, das den Sound erzeugt und wieso es so wichtig ist, wo die Djembe herkommt. Es macht einen Unterschied, ob du ein maschinell gefertigtes Instrument aus einer Fabrik hast – oder ob deine Trommel von Hand gefertigt wurde. Von jemandem, in dessen Kultur dieses Instrument eine Tradition besitzt. Schließlich hat so eine Djembe doch auch eine Seele, denke ich mir. Ist halt doch ein bisschen wie beim Zauberstab, wenn es um den Kern geht. Es ist ein Stück Afrika und das spürt man, wenn man die richtige Djembe ausgewählt hat.

Angelo Siziliani unterrichtet Djembe bei m-events

Mr. Ollivander alias Angelo Siziliani und Volker zeigen mir noch weiteres Zubehör für die Djembe und ich muss noch mal genau nachfragen: Was genau mach ich denn mit einer Djembe? Selbstverwirklichung? Mich in eine Schwitzhütte setzen und in Trance trommeln? Oder doch was ganz anderes?

„Alleine trommeln ist schön“, meint Volker, „aber den richtigen Effekt mit Lebensfreude pur erlebst du, wenn du in der Gruppe trommelst.“ Und ich sehe weitere Vorteile: Ohne Noten zu lernen, kann ich Teil der Musik sein. Ich kann jemanden begleiten, der singt, Gitarre spielt oder Klavier. Ich kann mitspielen. Wie das geht, zeigt mir Angelo ab dem 6. November beim 1. Djembe-Workshop bei m-events. In 5 Terminen, die jeweils Montag abend von 19 – 20.30 Uhr stattfinden, lernen wir dieses faszinierend einfache Instrument zu spielen. Falls du mit mir zusammen diesen Workshop besuche möchtest, dann findest du hier sämtliche Informationen – anmelden einfach per e-Mail.

DJEMBE-Workshop mit Angelo Siziliani

DAUER:
5 Abende, gesamt 7,5 Stunden

Mo, 06.11. 19.00 – 20.30 Uhr
Mo, 13.11. 19.00 – 20.30 Uhr
Mo, 20.11. 19.00 – 20.30 Uhr
Mo, 27.11. 19.00 – 20.30 Uhr
Mo, 04.12. 19.00 – 20.30 Uhr

VORAUSSETZUNGEN:
Freude am Lernen der Djembe
Alter: 16 – 99 Jahre
Djembe während des Workshops vor Ort verfügbar wenn gewünscht

BEITRAG:
EUR 120,- inkl. 20% MwSt.
Mindestens 5 Teilnehmer. Maximal 15 Teilnehmer.

Und was ich danach tue, weiß ich schon: Ich gehe nochmal in die Katakomben und lasse mich von meiner Djembe finden. Hat halt doch ein wenig was Magisches, so eine Seelen-Trommel.

Ein Artikel von Judith Schneider