Instagram & Co. – so geht Marketing heute

Wer ist eigentlich John Garner? Diese Frage stelle ich mir seit etwas über einem halben Jahr. Inzwischen weiß ich, dass hinter diesem Namen eine 3-köpfige Band aus Augsburg steckt. Interessanterweise heißt keiner der drei Musiker John Garner. Stattdessen heißen sie Lisa Seifert, Stefan Krause und Chris Sauer. Zwei Gitarren, ein Akkordeon, manchmal eine Trompete, hin und wieder eine Bassdrum. Und kein John Garner. Das ist ein Rätsel, das wohl ewig ungelöst bleibt …

Zurück zum Thema. Es war einmal Anfang des Jahres 2017, als eines meiner Musik-Bilder auf Instagram von John Garner geliked und sogar sehr freundlich kommentiert wurden. „Wenn dir diese Musik gefällt, dann magst du unsere vielleicht auch.“ Ich sprang zu John Garners Instagram-Account, hörte in das dortige Kurz-Video mal rein … und fing Feuer!

Ein gutes halbes Jahr später hat John Garner das erste Album auf den Markt gebracht – zu 100% per Crowdfunding finanziert, waren auf Südtirol-Tour, spielten als Opener beim edu.fm-Festival in der Muffathalle in München und bringen in 3 Wochen ihr erstes Musikvideo raus.

Ein Paradebeispiel für Marketing im Musikbusiness

Und wie genau funktioniert das jetzt? Ich habe mit Akkordeonistin, Sängerin und Trompeterin Lisa Seifert gesprochen, die nicht nur mit ihrer ungewöhnlichen Stimme das Trio vervollständigt, sondern auch mit ihrem Know-how in Sachen Marketing.

Wie läuft denn das auf Instagram – was macht man denn da am besten?  „Ich hab damit angefangen, Bands aus demselben musikalischen Genre, die einfach schon 2-3 Steps weiter sind als wir, auf Instagram zu folgen und deren Fans „abzugrasen“. Denn ich dachte mir, die Fans von denen mögen vielleicht auch unsere Musik. Die Wahrscheinlichkeit ist jedenfalls hoch“, sagt Lisa. Das das funktioniert sieht man am Beispiel von mir. Seit sie damit begonnen hat, ist die Follower-Zahl von 70 auf knapp 600 gewachsen.

Ähnlich läuft es auf Facebook. Bevor Lisa zur Band kam, existierte bereits eine Seite mit knapp 3000 Fans. Seit Lisa an Bord ist und regelmäßig postet, klettert die Zahl Richtung 4000. Ist es denn wichtig, regelmäßig zu posten? „Ja, vor allem für Facebook. Sonst wirst du nicht als relevant eingestuft und deine Postings werden einfach nicht angezeigt“, erklärt sie. Da nutzt es dann auch nichts, viele Fans zu haben. Die Regelmäßigkeit ist also eines der Geheimnisse für Erfolg in den sozialen Medien. John Garner postet auf Facebook mindestens jeden 2. Tag und auf Instagram sogar öfter. Das Ziel sind 5 Postings pro Woche.

Instagram, Facebook & Co.: Macht das Spaß und bringt das was – oder kostet das nur Zeit?

Lisa gibt zu, dass das nicht immer Spaß macht, vor allem, wenn nicht viel los ist, sie wenig Gigs haben und man nicht weiß, was man posten soll. Inzwischen haben sie aber eine richtig gute Lösung gefunden: Thementage!

Bei John Garner gibt es 2 feste Tage, an denen das Thema schon feststeht: der Good-Morning-Monday am Montag und der „Johnerstag“ am Donnerstag. Montags gibt es gute Vibes statt Schon-wieder-Scheiß-Montag-Feelings und am Johnerstag erlaubt die Band einen Blick hinter die Kulissen, abseits von Gigs und CD’s. Da lernt man dann schon mal Lisas Akkordeon „Benedict Cumberquetsch“ kennen oder ist 11 Sekunden lang live beim Videodreh mit dabei.

Die Planung dafür machen die John Garners übrigens immer schon am Sonntag. „Wir haben ganz brav jede Woche ein Bandmeeting“, lacht Lisa. „Im Alltag vergisst man das Posten oft und es ist schade, wenn dann nix online geht – deswegen bereiten wir das, so gut es geht, schon am Sonntag für den Rest der Woche vor.“

Und was hat es de facto gebracht?

„Durch das regelmäßige Posten haben wir uns eine treue Community aufgebaut. Das haben wir besonders beim Crowdfunding gemerkt. Die Leute sind so richtig mit dabei – eine Teil von uns. Und somit auch ein Teil unseres Erfolges. Das haben wir besonders gespürt, als der Radiosender Ego.FM einen Lokalhelden gesucht hat, der beim Festival in der Muffathalle in München als Opener spielen sollte … unsere Community hat uns innerhalb eines Nachmittags mit 570 Stimmen auf den ersten Platz gevotet. Der zweite Platz bekam 120 Stimmen. Da war nach ein paar Stunden schon  klar, dass wir den Gig bekommen!“ erzählt Lisa begeistert.

Ihr erstes Album „Writing Letters“ wurde via Crowdfunding finanziert und ist auch nach einem halben Jahr immer noch eines meines Lieblingsalben. Für mich immer noch unglaublich, welchen Sound die drei auch ohne Schlagzeug oder Bass nur mit ihren Stimmen erzeugen können. Gänsehaut! Hört euch das an.

Meine Anspieltipps:

1 – Writing Letters
3 – Couldn’t it be
9 – Killer of my mind

Findest du auf iTunes, Deezer & Co. – und natürlich beim Händler deines Vertrauens!

Tourdaten etc. findest du auf John Garners Facebook– und Webseite.

Und natürlich auch auf youTube:

Text & Interview: Judith Riemer, www.diebloggerin.at